Krippenplatz in Corona-Zeiten

Ich bin Mutter von 3 Kindern. Für meine Jüngste hatte ich für Anfang April einen Krippenplatz. Die Eingewöhnung durfte aufgrund von Corona nicht stattfinden und wurde auf August verschoben. Wir haben uns alle gefreut, dass es losgeht. Meine Tochter ist mit Begeisterung dorthin gegangen. Nach 2 Wochen ging ihre Lieblingserzieherin für mehrere Wochen in den Urlaub. Ihre Vertretung war ein Mann, den sie zuvor noch nicht gesehen hatte. Sie fing an zu fremdeln. Wollte vormittags nicht los, weinte viel, schlief nicht. Sie wurde krank. Als wir nach 10 Tagen zurückkamen, war anstelle des Erziehers wieder eine neue Person. Meine Tochter klammerte sich an mich. Ich bat um etwas mehr Zeit in der Eingewöhnung, so dass die Kleine in Ruhe die Neue kennenlernen konnte und ein entspannteres Abgeben möglich wäre.
Die Kitaleitung erklärte mir, dass aufgrund der aktuellen Situation die Eingewöhnungszeit 2 Wochen beträgt und keinen Tag länger. Entweder ich akzeptiere es oder ich kann mit meinem Kind gehen. Dann ging ich. Ich finde es unverantwortlich, wie mit unseren Kindern umgegangen wird. Alle rufen nach Solidarität, aber ich kann keine erkennen.

Nun habe ich also meine Tochter wieder zu Hause, habe keinen neuen Kitaplatz und kann meine Masterarbeit nicht beenden. Aber immerhin stelle ich auch  keine Gefahr mehr für den Kindergarten dar. 

Katja Mirow