Mutter eines trans*Kindes

Ich bin Mutter eines trans*Kindes. Mittlerweile sind wir gut vernetzt mit anderen Familien aus MV, in denen auch trans*Kinder oder trans*Jugendliche leben. Viele Familien hatten in der Hochphase in der Corona-Pandemie ein Problem, welches enormen zusätzlichen Stress bedeutete und den Leidensweg verschlimmerte:

Auf dem medizinischen Weg eines trans*Menschen sind gegengeschlechtliche Hormone existenziell notwendig. Ohne diese Hormone verändert sich der Körper irreversibel in eine falsche Richtung. Die Ärzte (Endokrinologen), die diese Hormone bei trans*Kindern verabreichen, sind in MV sehr selten. Die meisten Familien fahren nach Hamburg oder Berlin deswegen, weil dort jahrelange Erfahrungen mit Kindern gemacht wurden. Während des Lockdowns durfte niemand nach Berlin reisen und auch die Ärzte dort durften die trans*Familien aus MV nicht empfangen. Die trans*Jugendlichen haben somit die Hormone nicht bekommen. Damit stieg der psychische Leidensdruck sehr. Ein trans*Jugendlicher wurde depressiv und hat mit niemandem gesprochen.

Durch diese Situation wird den trans*Kindern und Jugendlichen vor Augen geführt wie sehr sie und ihr Glück von äußeren Umständen abhängen. Die Angst, dass ein erneutes inländisches Reiseverbot ausgesprochen wird, wächst und ist allgegenwärtig.